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Urbane Kunst in alten Mauern

2019-02-26 12:32:13
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Quelle: Stadt St. Gallen

Dominik Rüegg schabt mit dem Spachtel Dreck vom Holzgeländer, dann bearbeitet er den Handlauf mit Schleifpapier, wie die Stadt St. Gallen berichtet.

«Leider haben wir mit dem Schleifen des Geländers angefangen, jetzt müssen wir es auch durchziehen», sagt der 32-Jährige und lacht. Es gibt kein Zurück mehr für ihn.

Der Anfang sei gemacht, und die Deadline steht: Am 7. März werde das Haus zur Ameise an der Augustinergasse 17 erstmals seine Türen öffnen (siehe Zweittext). Bis dann solle das Geländer glänzen wie neu.Rüegg sei nicht allein.

Er habe das Gebäude zusammen mit zwei Mitstreitern übernommen. Wie er kommen sie aus der Welt der Illustration, Animation und Fotografie.

Und sie wuseln in diesen Tagen ebenfalls in Arbeitskleidern durchs alte Wohnhaus. Claudia Schildknecht deckt gerade die frisch versiegelten Holzböden mit Karton ab.

Im weissen Overall und mit umgehängter Kamera sieht die 28-Jährige aus wie eine Astronautin auf Feldforschung. Ist sie nicht gerade am Renovieren, arbeitet sie als frei schaffende Fotografin und Tätowiererin und pendelt zwischen St.Gallen und Luzern.Mario Miles Wyler trägt eine Schutzmaske und reibt im Erdgeschoss mit Schleifpapier übers Holzgeländer.

Der 30-Jährige sei professioneller Trickfilmer. Er macht Erklärvideos für eine Online-Lernplattform, unterrichtet aber auch Grafikerklassen an der Berufsschule.Alle drei haben vor kurzem die Kunsthochschule in Luzern abgeschlossen, und seit zwei Monaten bringen sie in St.Gallen ihr Altstadt-Haus auf Vordermann.

Sie haben Stromleitungen legen lassen, Teppiche herausgerissen, Holzböden geschliffen und Wände gemalt. Jetzt geht es, wortwörtlich, um den letzten Schliff.Das Haus zur Ameise solle mehr als nur eine Ausstellungsplattform sein.

Im besten Fall – so stellen es sich die drei Mieter vor – wird das Haus zur kulturellen Begegnungszone, zu einer «Bühne für Urban Art, visuelle Medien und freie Kunst», wie es im Eigenbeschrieb heisst. Die drei Räume im ersten Stock sollen als Fläche für Ausstellungen, Pop-up-Stores und Veranstaltungen dienen.

Im zweiten Stock richten die Mieter ihre eigenen Ateliers ein. Der geräumige Keller – mit eigenem Eingang vom Unteren Graben her – sei als Werkstätte für Keramik oder Siebdruck gedacht.

Der Estrich sei im Moment vor allem Stauraum.In diesen unterschiedlichen Räumen sei vieles möglich, unter anderem künstlerisches Schaffen vor Ort. «Die Künstler, die wir einladen, sollen nicht einfach ihre Bilder aufhängen, sondern auch einmal ein Werk hier entstehen lassen», sagt Dominik Rüegg.

Der frei schaffende Illustrator spricht von einer Lücke im Kulturangebot der Stadt, die man füllen könne. Für Illustratoren und Street-Art-Künstler gebe es keine Plattform – jedenfalls keine wie das Haus zur Ameise, das zum Treffpunkt für die Gestalterszene werden soll.

Es gehe nicht darum, junge St.Galler Künstler zu fördern, im Gegenteil: Gestandene auswärtige Illustratoren sollen den Weg hierher finden. «Wir möchten ihnen einen Grund geben, nach St.Gallen zu kommen», sagt Rüegg selbstbewusst.Für die Eröffnungsausstellung konnten die drei bekannte Namen aus der St.Galler Gestalterszene gewinnen: Lika Nüssli, Jonathan Nemeth, Rouven Stucki oder Sascha Tittmann.

Manuel Stahlberger werde ebenfalls einige Werke zeigen. Aber auch Jungtalente seien präsent, so wie der Diepoldsauer Noah Demirci, der als Animator soeben den Sprung nach London geschafft hat.Was danach im Haus zur Ameise passiert, lassen die Hausherrin und die zwei Hausherren bewusst offen.

Zwar hätten sie einige Veranstaltungen in Aussicht, und an der nächsten Museumsnacht solle das Haus zur Ameise unbedingt auf dem Flyer stehen. Allzu viel fixieren möchten sie aber nicht, wie Claudia Schildknecht sagt: «Wir wollen offen für Spontanes bleiben.

Wir werden bestimmt kein Jahresprogramm schreiben!» Das Bild sei vom St.Galler Tagblatt, wir können es daher leider nicht grösser publizieren. Wir haben aber einen Link am Ende des Texts ergänzt, mit welchem Sie direkt auf den Artikel beim St.Galler Tagblatt gelangen.

Der Artikel sei zwar nur für Abonnenten in der ganzen Länge zugänglich, das Bild sei aber bereits bei der Vorschau grösser dargestellt. .

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