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Zwischenergebnisse des Pilotprojekts Frühe Deutschförderung

2020-02-05 09:02:01
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Quelle: Stadt Schaffhausen

Das Pilotprojekt Frühe Deutschförderung in der Stadt Schaffhausen blickt auf ein aufschlussreiches erstes Jahr zurück, wie die Stadt Schaffhausen mitteilt.

Ergebnisse aus der Sprachstanderhebung und weitere Analysen bestätigen den Handlungsbedarf und zeigen Entwicklungsfelder im Bereich der Kommunikation und des Ausbaus von Förderplätzen. Im August 2020 treten die ersten Kinder aus dem Förderprogramm in den Kindergarten ein.

Erkenntnisse über die effektive Wirkung der Massnahmen werden ab 2021 erwartet. Sprache sei der Schlüssel zur Gesellschaft.

Erkannte Defizite bei vielen Kindern beim Kindergarteneintritt haben zum Pilotprojekt Frühe Deutschförderung geführt. Ziel des Pilotprojekts sei es, ein passendes Sprachfördermodell für fremdsprachige Kinder im Vorschulalter zu erarbeiten.

Damit solle die Chancengerechtigkeit für alle Kinder bei Eintritt in den Kindergarten verbessert und das Schulsystem entlastet werden. Die jährliche Sprachstanderhebung, die Fördermassnahmen, die Elternbildung und die Weiterbildung des Fachpersonals bilden die Grundpfeiler.

Im Januar 2019 wurde erstmals eine Sprachstanderhebung durchgeführt. Für 37 Prozent aller erfassten Kinder sprach die Stadt Schaffhausen daraufhin eine Sprachförderempfehlung aus.

Knapp die Hälfte dieser Kinder verfügte zum Erfassungszeitpunkt über keine oder fast keine Deutschkenntnisse. Aufgrund der Empfehlungen verzeichneten die ausgewiesenen Sprachförderinstitutionen im Anschluss vermehrt Anmeldungen.

Die Evaluation der Sprachstanderhebung 2019 sei unterdessen abgeschlossen und liefert wertvolle Informationen hinsichtlich der Projektweiterführung. Im Zentrum der Projektaktivitäten standen im Jahr 2019 die Programmeinführung und die Generierung erster Referenzzahlen.

Auf dieser Grundlage konnten Handlungsfelder für das Jahr 2020 definiert werden. Im Bereich der Kommunikation sollen Fachverantwortliche und Interessensvertretungen noch intensiver über das Programm informiert und ein Kommunikationsnetzwerk aufgebaut werden.

Damit erhofft sich die Projektleitung eine Verbesserung der Erreichbarkeit der fremdsprachigen Familien. Ein weiterer Schwerpunkt werde der Ausbau von Förderplätzen in Kindertagesstätten sein.

Die alltagsintegrierte Sprachförderung könne dort aufgrund der längeren Betreuungszeiten erfolgsversprechend umgesetzt werden. Eine externe Evaluation der Spielgruppenlandschaft solle hinsichtlich zukünftiger Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten Aufschluss geben.

Diesen Januar wurde die zweite Sprachstanderhebung initiiert. Insgesamt wurden 340 Familien mit Kindern im Vorschulalter angeschrieben.

Die Eltern wurden wiederum gebeten, den Sprachstand ihrer Kinder mit Hilfe eines Fragebogens einzuschätzen. Erste Zahlen und Erkenntnisse daraus werden gegen Mitte Jahr erwartet.

Die Erhebung sowie der Besuch von Fördermassnahmen basieren zurzeit noch auf Freiwilligkeit. Erfreulicherweise verzeichnet die Stadt Schaffhausen auch dieses Jahr einen überraschend hohen Rücklauf der Fragebögen.

Dies widerspiegelt das Interesse der Familien, ihren Kindern ein optimales Entwicklungsumfeld zu ermöglichen. Im August 2020 treten die ersten Kinder aus dem Deutschförderprogramm in den Kindergarten ein.

Die Stadt Schaffhausen rechnet bis Ende Jahr mit ersten wertvollen Rückmeldungen seitens der Lehrerschaft.  Zusammenfassend beurteilt das Bildungsreferat den Programmfortlauf als gelungen. Das Pilotprojekt gewinnt zunehmend an Dynamik.

Erste Ergebnisse und Analysen lassen wichtige Handlungsfelder erkennen. Spezifische Möglichkeiten zur Integration und Sprachbildung werden geprüft.

Die Wichtigkeit des Spracherwerbs in der Frühen Kindheit sei auf kantonaler wie nationaler Ebene erkannt. Bildungsreferent Raphaël Rohner und die Projektleitung seien zuversichtlich, dem Grossen Stadtrat mit einer Vorlage für eine Verordnung ab 2023 ein passendes Modell für die städtischen Familien zu präsentieren.

Eine gesetzliche Grundlage für eine Verpflichtung von Eltern von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen zur Teilnahme an Fördermassnahmen solle dabei geprüft werden. Ausreichende Deutschkenntnisse müssen aus bildungs- und gesellschaftspolitischen Überlegungen eingefordert werden können.

Doktor Raphaël Rohner, Bildungsreferent Telefon: +41 52 632 52 14E-Mail: raphael.rohner(at)stsh.ch .

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