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Zwischenergebnisse des Pilotprojekts «Frühe Deutschförderung»

2020-09-22 07:32:01
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Quelle: Stadt Schaffhausen

Die zweite Sprachstanderhebung im Rahmen des Pilotprojekts «Frühe Deutschförderung» ist abgeschlossen und evaluiert, wie die Stadt Schaffhausen schreibt.

Dabei habe sich gezeigt, dass sich das Sprachniveau der fremdsprachigen Kinder verbessert hat. 70 Prozent aller fremdsprachigen Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen besuchen während mindestens neun Stunden pro Woche eine deutschsprachige Betreuungseinrichtung.

Um die Qualität der alltagsintegrierten Sprachförderung in den Betreuungsinstitutionen weiter zu verbessern, fokussiert die Projektleitung auf die Qualifikation der Fachkräfte. Alle bisher erfolgten Massnahmen in der Sprachförderung werden zurzeit in einer Wirksamkeitsanalyse untersucht.

Im Januar 2020 wurden im Rahmen der zweiten Sprachstanderhebung auf Stadtgebiet 340 Familien mit Kindern im Alter von 2,5 bis 3,5 Jahren angeschrieben. Die Rücklaufquote der Fragebogen betrug 95 Prozent.

Für gut jedes dritte Kind (35 %) sprach die Stadt Schaffhausen eine Sprachförderempfehlung aus (Jahr 2019: 37 %). Erfreulicherweise haben sich die Sprachniveaus der Kinder im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Der Prozentsatz der Kinder ohne oder nahezu ohne Deutschkenntnisse sank um neun Prozentpunkte auf einen Wert von 35.1 Prozent. Die Auswertung der Fragebogen bestätigt erste Projekterkenntnisse.

Fremdsprachige Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen besuchen signifikant seltener pro Woche eine deutschsprachige Betreuungseinrichtung (Kindertagesstätte oder Spielgruppe) als fremdsprachige Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen. So habe sich gezeigt, dass sieben von zehn fremdsprachigen Kindern mit ausreichenden Deutschkenntnissen mindestens einen Tag pro Woche (neun Stunden) eine deutschsprachige Betreuungsinstitution besuchen.

Die Gründe für den positiven Anstieg des Sprachniveaus werden zurzeit analysiert. Als begünstigende Faktoren werden sowohl die bereits erfolgte Sensibilisierung der Bevölkerung als auch qualitative Aspekte in den Betreuungseinrichtungen in Betracht gezogen.

Tatsache ist, dass fremdsprachige Kinder mit sehr geringen Deutschkenntnissen im Vergleich zum Vorjahr vermehrt in Tagesbetreuungen angemeldet sind. Sie pflegen somit einen intensiveren Kontakt zu deutschsprechenden Kindern und Erwachsenen.

Die Professionalität der betreuenden Fachkräfte in den Kindertagesstätten steigt kontinuierlich an. Auch dieses Jahr profitieren diverse Mitarbeitende von einem individuellen Praxiscoaching im Bereich der alltagsintegrierten Sprachförderung.

Seit Juni 2020 sei das Pilotprojekt «Frühe Deutschförderung» in der neu eröffneten Fachstelle «Frühe Förderung» eingebettet. Aktuell beschäftigt sich eine Wirksamkeitsanalyse mit den Auswirkungen der frühen Deutschförderung auf die Kompetenzen der ehemaligen Spielgruppenkinder, die im Schuljahr 2020/21 den Kindergarten begonnen haben.

Die Analyse solle auch aufzeigen, inwiefern das Zusammensein mit gleichaltrigen deutschsprachigen Kindern - sogenanntes Peer-Learning - die Deutschkenntnisse der fremdsprachigen Kinder fördert. Zusammenfassend beurteilt das Bildungsreferat den Programmfortlauf als vielversprechend.

Wichtige Handlungsfelder im Bereich der Kommunikation und Weiterbildung konnten bereits definiert werden. Nun solle die Rolle der Spielgruppen hinsichtlich einer gelingenden Deutschförderung zeitnah geklärt werden.

Zum Projektabschluss im Jahr 2023 werden dem Grossen Stadtrat mögliche Massnahmen zur frühen Sprachbildung vorgelegt. Doktor Raphaël Rohner, Bildungsreferent Telefon: +41 52 632 52 14Mobile:   +41 79 827 10 65E-Mail: raphael.rohner(at)stsh.ch .

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