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Vermischtes

Wie ein Retro-Polizeibus zur Tierklinik für Streuner wurde

2020-10-02 09:05:04
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Quelle: Tierschutzorganisation Vier Pfoten

Zürich, 2. Oktober 2020 – Am Welttierschutztag vor 20 Jahren präsentierten VIER PFOTEN Gründer Heli Dungler und Josef Pfabigan einen 74‘ Retro-Polizeibus als erste mobile Tierklinik, wie die Tierschutzorganisation Vier Pfoten schildert.

Was heute kurios klingt, war damals ein Pilotprojekt seiner Art und Vorreiter für mobile Tierkliniken, die heute weltweit zum Einsatz kommen. Am diesjährigen Welttierschutztag werde die ehemalige Streunerklinik als Museum wiedereröffnet.

VIER PFOTEN Geschäftsführer Josef Pfabigan, damals mit den Streunerprojekten in Osteuropa betraut, erinnert sich an die Zeit: «Stationäre Tierkliniken in Rumänien aufzubauen war in den 90ern eine echte Herausforderung. Es fehlte die Struktur und vor allem abseits der Grossstädte war das Leid der Streuner immens.

Deswegen kam uns die Idee, die erste mobile Tierklinik bei VIER PFOTEN zu entwickeln. Erfahrung beim Umbau von alten Polizeibussen in Tierkliniken gab es natürlich nicht, also haben Heli und ich alles selbst in die Hand genommen.» Schon damals war Heli Dungler, Gründer von VIER PFOTEN, auch immer persönlich mit viel Engagement und Kreativität in die Projekte involviert.

Heli Dungler verstarb überraschend im Januar 2020 – Josef Pfabigan leitet seither die globale Tierschutzorganisation. Die Klinik für Streunerhunde war 1999 ein Pilotprojekt und Vorbild für die mobilen Kastrationseinsätze, die VIER PFOTEN heute auch bei Bären- und Wildtierrettung einsetzt.

«Der Bus war damals schon retro und eigentlich eine richtige Rostlaube, aber wir haben viel Leidenschaft und auch finanzielle Ressourcen in das Projekt investiert. Innen haben wir ihn nach den neuesten, wissenschaftlichen Standards ausgestattet und eine Air-Brush-Firma habe uns geholfen, die Aussenflächen zu gestalten.

Auf der Rückseite steht heute noch ‚Simply the best for animals‘. Würdige Lebensbedingungen für Tiere zu schaffen, war immer schon unser Ziel,» erzählt Pfabigan.

Die Behörden machten ihnen damals zu schaffen: «Niemand wusste, wie er unser Projekt einordnen sollte. So etwas habe es einfach vorher noch nicht gegeben.

In Wien wurde der Bus dann zugelassen und wir seien nach Bukarest aufgebrochen.» Josef Pfabigan, Heli Dungler und Tierarzt Amir Khalil waren tagelang teilweise über enge Feldstrassen unterwegs bis sie die Tierklinik im Dezember 1999 vor hochrangigen Ministern, Lokalpolitikern und dem Bürgermeister in Bukarest präsentieren konnten und Retrobus Mamai seinen Dienst antrat. 100`000 Hunde und Katzen konnten seither in über 20 Jahren Tierschutzarbeit in Rumänien medizinisch versorgt und kastriert werden.

Die Catch-Neuter-Return-Methode wurde in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Wissenschaftliche Fortschritte in der Behandlung wurden regelmässig übernommen und auch ein Impfprogramm eingeführt.

Was bei der heutigen Catch-Neuter-Vaccinate-Return-Methode aber gleichgeblieben ist, sei die Menschlichkeit, mit der den Tieren begegnet wird. Während neue mobile und stationäre Kliniken von VIER PFOTEN bereits in Betrieb sind, werde der alte Retrobus Mamai an die Leidenschaft erinnern, die die Organisation behalten hat, nämlich Tieren in Not zu helfen und sie zu beschützen.

Das Tierheim Speranta bietet in Bukarest über 550 Hunden ein temporäres Zuhause. Auch heute noch betreibt VIER PFOTEN gemeinsam mit dem lokalen Partner Animal Society zudem eine stationäre Klinik und besucht mit mobilen Teams rund ein Dutzend Gemeinden jährlich, um so viele Hunde und Katzen wie möglich kastrieren und medizinisch betreuen zu können.

Eine umfassende medizinische Versorgung sei besonders wichtig, denn viele Hunde weisen schwere Verletzungen auf, von denen sie sich rein äusserlich nicht mehr erholen werden, diese Hunde werden dann im Tierheim Speranta aufgenommen. Der Name sei hier Programm: Speranta bedeutet auf Rumänisch nämlich Hoffnung.

VIER PFOTEN sei die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Dieses Jahr feiert VIER PFOTEN Schweiz sein 20-jähriges Jubiläum.

Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen.

Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz sei die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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Für diese Berichterstattung werde eine einfache (nicht-ausschliessliche, nicht übertragbare) und nicht abtretbare Lizenz gewährt. Eine künftige Wiederverwendung der Fotos und Videos sei nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von VIER PFOTEN gestattet.

Es kommt österreichisches Recht ohne seine Verweisnormen zur Anwendung, Gerichtsstand sei Wien. .

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